Imkertag des Bezirks Mittelfranken der Bayerischen Imkervereinigung e.V. Fürth am 25. November 2017

Am Samstag, 25. November 2017 fand der diesjährige Mittelfränkische Imkertag der Bayerischen Imkervereinigung e.V. Fürth in der Marktgemeinde Dietenhofen im Landkreis Ansbach statt.

Prominente Vortragende waren Katrin Knoke von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (Fachzentrum Analytik – Honiganalytik) und Dirk Ahrens-Lagast (Imkermeister in der Bienenstation der Uni Würzburg).

Danielle Petschinka-Hegerfeld und Katrin Knoke (r)
Danielle Petschinka-Hegerfeld (li) und Katrin Knoke

Katrin Knoke erläuterte in Ihrem unterhaltsamen Vortrag „Honiganalytik“ sehr interessante Aspekte ihrer Arbeit.

Das Ergebnis der Analyse enthält u.A. neben einer sensorische Beschreibung, den Wassergehalt, Werte zur elektrischen Leitfähigkeit sowie eine Pollenanalyse und die daraus resultierende Sortenempfehlung.

Vor allem die sensorische Beschreibung stellt immer wieder eine Herausforderung dar, besonders wenn es Imker gibt, die ihre Honigproben in Senf-, Gurken-, gebrauchten Marmeladengläsern etc. einliefern.

Der komplette Teilnehmerkreis des Vortrags war überrascht über die Kreativität der Imker bei der Auswahl von Gefäßen. Immerhin geht es bei den Einsendungen auch um die Frage eines Fremdeintrags oder eines eventuell aufgetretenen Gärprozesses.

Beeindruckt waren die Teilnehmer von Frau Knoke’s fachlichem Wissen, welches bei einer Analyse dazu führte, dass sie bei der Pollenanalyse eine Variante der „Lindenpollen“ erkannte, welche nicht in Deutschland üblich sind. Dieser erwähnte Honig sollte als deutscher Honig deklariert werden. Es stellte sich bei den Nachforschungen dann heraus, dass die Sammelbienen im benachbarten Botanischen Garten unterwegs waren.

Auch bei der mikroskopischen Untersuchung gibt es für Katrin Knoke oft ein Hinweis darauf, dass Zuckerbestandteile einer Reizfütterung oder noch verbliebenes Winterfutter in den Honigraum getragen wurden.

Klimawandel im Honigglas: Nachdenklich stimmte die Zuhörer die Aussage, dass der Klimawandel sogar im Honigglas erkennbar geworden ist. Vor ca. 12 Jahren stellte sich die Zusammensetzung des Honigs durch eine ganz andere Leitfähigkeit dar als bei den heutigen Chargen. Zur Zeit gibt es Sommerhonige mit einer relativ hohen Leitfähigkeit und den Hinweis auf eine relativ hohe Variabilität bei den Pollen.

Frau Knoke wies im Rahmen dieses Vortrags deutlich darauf hin, dass Rückstandsanalysen (welche sich von der reinen Honiganalyse grundsätzlich unterscheiden) von Dr. Wallner in Hohenheim durchgeführt werden.


Dirk Ahrens-Lagast brachte den Teilnehmern die Thematik „Aufzucht qualitativ hochwertiger Königinnen“ anhand eines spannenden und gut strukturieren Vortrags nahe.

70 Prozent des Zuchterfolgs basiert auf der richtigen Auswahl der Vatervölker.

Danielle Petschinka-Hegerfeld und Dirk Ahrens-Lagast (r)
Danielle Petschinka-Hegerfeld und Dirk Ahrens-Lagast

Voller Erstaunen nahmen die Teilnehmer die Eingangssätze von Dirk Ahrens-Lagast wahr.

Bis 1995 gab es keine Zuchtwertschätzung, sondern eine Linienzucht. In den Folgejahren bis 2009 konnten Verbesserungen in Bezug auf Honigertrag, Varroabefall und Hygieneverhalten festgestellt werden. Bis zum heutigen Tag sind durch das Ausleseverfahren die Völker den früheren Linienzuchten überlegen.

Das häufig genutzte Auswahlkriterium vieler Imker, eine Königin – welche im ersten und zweiten Jahr positive Ergebnisse zu Volk und Honigertrag bringt – dann ab dem 3. Jahr als Zuchtmutter einzusetzen, ist eher kontraproduktiv. Die Eigröße der Königinnen nimmt mit zunehmenden Alter ab; dadurch wird die Ovargröße der Töchter ebenfalls kleiner.

Als weiteren Tipp für die Nachzucht wies er auch auf die früher übliche Praxis, 9 Tage die Pflegevölker weisellos zu lassen, und dann erst den Zuchtstoff zuzugeben. Dies ist ungünstig, da die Ammenbienen die Futtersaftdrüsen mangels Anforderung an die Brutpflege in diesem Zeitraum zurückbilden.

Optimale Wärmebedingungen erhalten die verdeckelten Weiselzellen, wenn in den nebenliegenden Brutwaben verdeckelte Brut vorhanden ist.

Beim Zuhängen der Zuchtlatten sollten diese mit Honig/Futterteig bestrichen werden und der Bee-Space zwischen den zwei Zuchtleisten von 7 cm, und 2 cm von Napf zu Napf eingehalten werden.

Nach seiner Erkenntnis sollte ein weiselloses Volk nach 2 Stunden die Zuchtstoffgabe erhalten. Am 9. Tag müssen die Pflegevölker auf Weiselzellen außerhalb der Zuchtlatte kontrolliert und diese gebrochen werden.

Gute Erfahrungen hat Dirk Ahrens-Lagast mit dem Einspühen der Zuchtnäpfchen mit Zuckerwasser und dem Einhängen 2-3 Stunden vor dem Umlarven gemacht. Hier verzeichnete er eine deutlich verbesserte Annahme des Zuchtstoffes. Nebenbei empfiehlt er ein mit Bienenmasse übervolles Volk als Pflegevolk. Ein – wie oftmals verwendeter – 3-5 Waben-Ableger ist nicht geeignet.

Diese weisellosen Pflegevölker ergeben gutes Bienenmaterial für die Begattungseinheiten. Diese sollten nicht mit Milchsäure besprüht werden, weil diese die Bienen verklebt und die Bienen mehr mit der Selbstreinigung beschäftigt sind, als mit Aufmerksamkeit für die Weiselannahme in der kleinen Begattungseinheit. Gegen das Auffliegen der Bienen zur Entnahme mit dem Schöpflöffel ist Wasser besser geeignet.

Es war eine spannende und hoch informative Veranstaltung mit zwei äußerst guten und fachlich sehr versierten Referenten. Absolut sehenswert!!!